LIMS-Grundlagen für akkreditierte Labore

Was ist ein LIMS?

Ein LIMS (Labor-Informations-Management-System) bildet den gesamten Weg einer Probe ab – von der Registrierung bis zum fertigen Prüfbericht. Diese Seite erklärt, was ein LIMS leistet, welche Module dazugehören und was die ISO 17025 tatsächlich verlangt.

Die LIMS-Definition – und was die Norm dazu sagt

Ein LIMS (Labor-Informations-Management-System) ist die zentrale Software eines Labors: Sie bildet den gesamten Weg einer Probe ab – von der Registrierung über die Prüfung bis zum fertigen Bericht – und macht jeden Schritt dazwischen nachvollziehbar. ERP für die Produktion, CRM für den Vertrieb, LIMS fürs Labor.

ERP für die Produktion, CRM für den Vertrieb — ein LIMS fürs Labor.

So erklären wir es in jedem Erstgespräch, weil es sofort einordnet, worum es geht: eine eigene Softwarekategorie für einen eigenen Unternehmensbereich. Ein LIMS ist das Werkzeug zur Digitalisierung eines Labors – es bildet den Weg der Probe ab und hält fest, wer wann was getan hat.

Was die Norm verlangt – und warum trotzdem kein Word-Dokument reicht

ISO 17025 schreibt in Kapitel 7.11 kein Produkt namens „LIMS“ vor. Der Normtext spricht bewusst allgemein vom „Informationsmanagementsystem des Laboratoriums“ – Anmerkung 1 zu 7.11.2 stellt sogar klar, dass ausdrücklich auch nicht computergestützte Systeme darunterfallen, im Prinzip also Papier oder Word.

Was die Norm gleichzeitig verlangt (7.11.3): Schutz vor unbefugtem Zugriff, Schutz vor Manipulation und Verlust, eine geeignete Betriebsumgebung, durchgehende Datenintegrität und die lückenlose Aufzeichnung von Systemausfällen samt Korrekturmaßnahmen – über den gesamten Lebenszyklus jeder einzelnen Probe. Diese Kombination lässt sich mit Papier oder Excel in der Praxis nicht mehr mit vertretbarem Aufwand erfüllen. Genau diese Lücke schließt ein kommerzielles LIMS.

DIN EN ISO/IEC 17025:2018, Kapitel 7.11.1–7.11.6 · LIMS-Forum, Dr. Roman Klinkner

Was macht ein LIMS konkret?

Ein LIMS begleitet jede Probe durch sechs Schritte. Diese Kette ist branchenunabhängig identisch – ob Wasseranalytik, Pharma-QC oder Werkstoffprüfung. Unterschiedlich sind nur Prüfmethoden und regulatorische Zusatzanforderungen.

  1. 1
    Probenregistrierung
    Probe, Auftraggeber und Prüfumfang werden beim Eingang erfasst – mit eindeutiger Nummer nach Ihrem Nummernsystem und Barcode- oder QR-Etikett. Zur Probenverwaltung
  2. 2
    Festlegung des Prüfumfangs
    Welche Parameter nach welcher Methode geprüft werden – über Probenvorlagen und Untersuchungspakete statt Einzelauswahl.
  3. 3
    Probenverteilung
    Zuweisung an Geräte, Methoden und zuständige Mitarbeitende, sichtbar in Tages- und Arbeitslisten. Zum Prozessmanagement
  4. 4
    Ergebniserfassung
    Manuell an der Eingabemaske oder automatisiert über die Geräteanbindung – Messwerte laufen direkt ins System, statt abgetippt zu werden.
  5. 5
    Ergebnisberechnung
    Formeln, Plausibilitätsprüfung und Abgleich gegen Grenzwerte und Spezifikationen. Abweichungen werden farblich markiert.
  6. 6
    Ergebnisbericht
    Normkonform formatiert, versioniert, im Vier-Augen-Prinzip freigegeben und elektronisch signiert. Zu den Prüfberichten

Sechs-Schritte-Kette nach Dr. Roman Klinkner, LIMS-Forum · Umsetzung in der Labordatenbank

Welche Module gehören zu einem LIMS?

Ein vollständiges LIMS besteht aus vier Bausteinen, die sich je nach Labortyp unterschiedlich stark füllen. Ein Auftragslabor braucht andere Schwerpunkte als ein QS-Labor in der Produktion – die Kernfunktion ist bei beiden dieselbe.

Kernfunktion

Probenverwaltung, Kundenverwaltung mit CRM, Prüfberichte sowie Angebote und Rechnungen. Das ist der Teil, den jedes Labor braucht. Alle Funktionen

QM-Module

Dokumentenlenkung, Prüfmittelverwaltung, Material- und Chargenverwaltung, Prozessmanagement, Schulungsplan, Kompetenzmatrix, 8D-Reports und Lieferantenbewertung. Zur Dokumentenlenkung

Servicelabor-Module

Rezepturverwaltung, Stabilitäts- und Lagerstudien, Chemikalien- und Gefahrstoffverwaltung – relevant für Auftrags- und Entwicklungslabore.

Spezialfunktionen

Elektronisches Laborjournal (ELN), Schnittstellen zu ERP-Systemen wie SAP oder Microsoft Dynamics, Kundenportal und KI-Integration. Zur KI-Integration

Modul-Taxonomie nach Dr. Roman Klinkner, LIMS-Forum

LIMS, Excel oder QM-System?

Zwei Abgrenzungen, die in fast jedem Auswahlprozess auftauchen – und die darüber entscheiden, ob ein Labor am Ende ein System betreibt oder drei.

LIMS oder Excel?

Excel ist kein LIMS – und das wird spätestens im Akkreditierungsaudit zum Thema. Drei Reibungspunkte, die uns in Ausschreibungen und Gesprächen laufend begegnen:

  • Validierungspflicht: Tabellen mit Formeln gelten als individuell entwickelte Software und müssten einzeln validiert und gelenkt werden – in der Praxis kaum sauber leistbar.
  • Versionschaos: Wer hat wann welche Zelle geändert? Ohne Audit Trail nicht rekonstruierbar – genau die Frage, die Begutachter zuerst stellen.
  • Verlorene Rohdaten: Sobald eine Datei überschrieben ist, ist der ursprüngliche Wert weg.

Mehr als die Hälfte unserer Kunden kam genau von dort: Excel, Word, Access oder Papier. Dieser Umstieg ist bei uns der Normalfall, nicht die Ausnahme.

LIMS oder QM-System?

Die häufigste Frage von QM-Leitungen: „Reicht nicht ein reines QM-System?“ Die Antwort hängt davon ab, woher das System kommt.

CAQ-Systeme (Computer Aided Quality) stammen meist aus Maschinenbau und Automotive und sind auf ISO 9001 und Fertigungsprozesse zugeschnitten: Wareneingangsprüfung, Reklamationen, Prüfmittelüberwachung in der Produktion.

Ein LIMS deckt diese QM-Funktionen ebenfalls ab, ist aber zusätzlich auf die eigentliche Laborarbeit ausgelegt: Probenfluss, Methoden, Ergebnisberechnung und die Nachweispflichten der ISO 17025. Für ein Labor ist ein LIMS mit integriertem QM-Bereich meist die schlankere Lösung – eine Software statt zweier Systeme, die synchron gehalten werden müssen.

Ausschreibungs-Anforderungskataloge · Einordnung CAQ nach Dr. Roman Klinkner · interne Wettbewerbsstatistik (n=105)

LIMS und ISO 17025: Was die Norm verlangt

Kapitel 7.11 der DIN EN ISO/IEC 17025 beschreibt vier Anforderungen an das Informationsmanagement eines Labors. So sind sie in der Labordatenbank umgesetzt:

  • Schutz vor unbefugtem Zugriff
    Rollen- und Rechtematrix je Mitarbeiter, Gruppe oder Rolle; kritische Rechte erfordern SSO, Passkey oder MFA. Zu den Zugriffsrechten
  • Schutz vor Manipulation und Verlust
    Lückenloser Audit Trail mit Nutzer, Zeitstempel und ursprünglichem Wert – manipulationsgeschützt und volltextdurchsuchbar. Zum Audit Trail
  • Geeignete Betriebsumgebung
    Betrieb im AWS-Rechenzentrum Frankfurt auf drei Verfügbarkeitszonen, ISO 27001 zertifiziert. Zur Datensicherheit
  • Nachweisbare Validierung
    Validierungstests laufen automatisch wöchentlich und vor jedem Update; jeder Durchlauf wird als PDF-Bericht dauerhaft gespeichert. Zur Validierung

Wichtig für die Einordnung: Ein LIMS ist für die Akkreditierung nicht vorgeschrieben. Die Norm verlangt Eigenschaften, kein Produkt. In der Praxis ist ein dediziertes LIMS aber der zuverlässigste Weg, diese Eigenschaften im Audit auch nachzuweisen – weil Audit Trail, Zugriffsrechte und Versionierung dort Kernfunktionen sind und keine Zusatzmaßnahmen.

DIN EN ISO/IEC 17025:2018, Kapitel 7.11.3 · Begutachtungspraxis DAkkS

Cloud und KI: zwei Fragen, die jedes Labor stellt

Beim Betriebsmodell und bei KI trennt sich Marketing schnell von Substanz. Beides deshalb offen beantwortet – einschließlich dessen, was wir bewusst nicht anbieten.

Cloud-LIMS oder eigener Server?

Die Labordatenbank wird ausschließlich als Cloud-Service betrieben – im AWS-Rechenzentrum Frankfurt, verteilt auf drei Verfügbarkeitszonen. Die Nutzung erfolgt im Browser, mit vollem Funktionsumfang auf Windows, macOS, Linux, Tablet und Smartphone.

Damit entfällt für Ihr Labor der Betriebsaufwand, den ein System auf eigenem Server auf die eigene IT verlagert: Updates, Backups, Ausfallsicherheit und Sicherheitspatches übernehmen wir. Gerade kleinere Labore ohne eigene IT-Abteilung gewinnen dadurch am meisten. Zum Betriebsmodell

Was KI im LIMS wirklich leistet

KI steht derzeit auf fast jeder Softwarebroschüre. Deshalb hier konkret, was in der Labordatenbank damit gemeint ist: KI-Imports lesen unstrukturierte Dokumente wie Probenahmeprotokolle oder Fremdlaborberichte aus und ordnen sie den richtigen Proben zu. Der Query Explorer beantwortet Auswertungsfragen in Alltagssprache, ohne SQL. Der Audit Assistant prüft Dokumente gegen Normvorgaben.

Entscheidend für akkreditierte Labore: Sie wählen das Modell selbst, Ihre Daten werden nicht zum Training verwendet, und jede KI-Aktion landet im Audit Trail. Zur KI-Integration

Allgemeine Datensicherheitsrichtlinien (ADSR) · SaaS-Betriebsmodell

Was eine LIMS-Einführung bringt — im Schnitt bei unseren Kunden

26,4 %

weniger Zeitaufwand im Laboralltag

26 %

schnellerer Probendurchlauf

> 50 %

Zeitersparnis in einzelnen Laboren

4,3 / 5

Zufriedenheit nach der Einführung

Kundenumfrage im Rahmen unserer ISO-9001-Zertifizierung, 2025 und 2026 (Teilnahmequote 50 %). Durchschnittswerte über alle teilnehmenden Labore; die Zeitersparnis reicht je nach Labor von 10 % bis über 50 %.

Häufige Fragen zum Thema LIMS

Ein LIMS (Labor-Informations-Management-System) ist die zentrale Software eines Labors. Sie bildet den gesamten Weg einer Probe ab – von der Registrierung über Prüfumfang, Verteilung und Ergebniserfassung bis zum fertigen Bericht – und macht jeden Schritt nachvollziehbar. Vergleichbar mit einem ERP für die Produktion oder einem CRM für den Vertrieb, nur eben für das Labor.
Es begleitet jede Probe durch sechs Schritte: Probenregistrierung, Festlegung des Prüfumfangs, Probenverteilung, Ergebniserfassung, Ergebnisberechnung und Ergebnisbericht. Jede Eingabe und jede Änderung wird dabei mit Nutzer und Zeitstempel protokolliert.
LIMS steht für Labor-Informations-Management-System, englisch Laboratory Information Management System. Die ISO 17025 verwendet dafür in Kapitel 7.11 den allgemeineren Begriff „Informationsmanagementsystem des Laboratoriums“.
Ein reines QM- oder CAQ-System stammt meist aus Maschinenbau und Automotive und deckt ISO-9001-Prozesse ab: Wareneingangsprüfung, Reklamationen, Prüfmittelüberwachung. Ein LIMS deckt diese Funktionen ebenfalls ab, bildet zusätzlich aber die eigentliche Laborarbeit ab – Probenfluss, Methoden, Ergebnisberechnung – und erfüllt die Nachweispflichten der ISO 17025.
Nein. Die Norm schreibt kein bestimmtes Produkt vor und lässt in Anmerkung 1 zu Kapitel 7.11.2 ausdrücklich auch nicht computergestützte Systeme zu. Sie verlangt aber Eigenschaften: Schutz vor unbefugtem Zugriff, Schutz vor Manipulation und Verlust, Datenintegrität und lückenlose Aufzeichnung. Diese Kombination lässt sich mit Papier oder Excel nicht mehr mit vertretbarem Aufwand erfüllen.
Ein klares Signal ist, wenn Excel-Tabellen, Papierlisten oder mehrere Insellösungen zu Versionschaos, fehlendem Audit Trail oder Mehraufwand bei Audits führen. Mehr als die Hälfte unserer Kunden hatte vor der Einführung kein professionelles LIMS, sondern Excel, Word, Access oder Papier.
Tabellen mit Formeln gelten als individuell entwickelte Software und müssten einzeln validiert und gelenkt werden. Dazu kommt: Änderungen sind ohne Audit Trail nicht rekonstruierbar, und sobald eine Datei überschrieben ist, ist der ursprüngliche Wert verloren. Genau danach fragen Begutachter zuerst.
Vier Bausteine: die Kernfunktion (Probenverwaltung, Kundenverwaltung, Prüfberichte, Abrechnung), QM-Module (Dokumentenlenkung, Prüfmittel, Material, Schulungen, 8D-Reports), Servicelabor-Module (Rezepturen, Stabilitätsstudien, Chemikalien) und Spezialfunktionen (ELN, ERP-Schnittstellen, Kundenportal, KI).
Die laufenden Kosten hängen von Nutzerzahl und gewählten Modulen ab. Entscheidender ist meist der Einführungsaufwand: Wir starten mit einem Kick-off-Workshop und begleiten die Einführung mit thematischen Onboarding-Workshops. Typischen Ablauf, Aufwände und Zeitplan besprechen wir offen schon im Demotermin.
Das hängt vom Umfang ab – von wenigen Wochen für ein kleines Labor mit Standardkonfiguration bis zu mehreren Monaten bei vielen Schnittstellen und Altdatenübernahme. Wir planen den Ablauf im Kick-off gemeinsam, auf Basis der Erfahrung aus über 200 LIMS-Einführungen.
Konrad Wagner, LDB Labordatenbank GmbH

Konrad Wagner

konrad@labordatenbank.de
+49 (151) 22 33 98 44
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Sie haben ein Lastenheft – wir gehen es gemeinsam durch.

In 60 bis 90 Minuten zeigen wir die Labordatenbank an Ihren eigenen Arbeitsabläufen, in einem Demo-System, das wir vorher für Ihr Labor einrichten. Ihre Anforderungsliste arbeiten wir Punkt für Punkt ab – auch dort, wo wir etwas nicht abdecken.

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