Ab dem 1. Januar 2027 sollen Trinkwasseranalysedaten in Deutschland nur noch in einem Format an die Gesundheitsämter gehen: XWasser, übermittelt über die Plattform SHAPTH. TEIS, TWISTweb, SEBAM, LabDüs, Octoware und NiWaDaB fallen weg. Für zugelassene Untersuchungsstellen heißt das: Der Weg, auf dem heute jeder berichtspflichtige Prüfbericht das Labor verlässt, existiert in wenigen Monaten nicht mehr.
Bisher gilt: Jedes Bundesland, teilweise jedes Gesundheitsamt, hat seinen eigenen Meldeweg. Labore, die über Ländergrenzen hinweg arbeiten, pflegen mehrere Schnittstellen parallel, übersetzen Formate und passen Vorlagen nach jeder Änderung durch EU oder Bund erneut an.
SHAPTH beendet das. Unter Federführung des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit haben alle 16 Bundesländer eine gemeinsame Austauschplattform aufgebaut, dazu den XÖV-Datenstandard XWasser. Übertragen wird über eine REST-Schnittstelle, mit Plausibilitätsprüfung und sofortiger Empfangsbestätigung – statt PDF-Anhang per E-Mail und Hoffen, dass die Datei angekommen ist.
Wichtig für die Einordnung: SHAPTH ersetzt keine Fachanwendung und kein LIMS. Es ist der Kanal, nicht das System. Ihre Analytik, Ihre Stammdaten, Ihre Prüfberichte bleiben, wo sie sind – ausgetauscht wird der Übermittlungsweg.
Betroffen sind alle Beteiligten der Trinkwasserüberwachung: Betreiber von Wasserversorgungsanlagen, nach TrinkwV zugelassene Untersuchungsstellen, Gesundheitsämter sowie Landes- und Bundesbehörden.
Rechtlich in der Pflicht steht zunächst der Betreiber. Er muss sicherstellen, dass die Untersuchungsergebnisse die zuständige Behörde erreichen. Ausgeführt wird das fast immer vom beauftragten Labor – und genau hier entsteht der Druck, der die Umstellung für Sie zur Geschäftsfrage macht: Gesundheitsämter raten Betreibern inzwischen ausdrücklich, die direkte elektronische Übermittlung über SHAPTH/XWasser bereits bei der Beauftragung eines Labors zu vereinbaren.
Ein Labor, das ab 2027 nicht über SHAPTH melden kann, verliert also nicht in erster Linie einen Meldeweg. Es verliert Aufträge an Labore, die es können.
SHAPTH lässt sich auch ohne angebundenes System nutzen. Über die Weboberfläche können Prüfberichte manuell erfasst werden. Das Projekt selbst beschreibt diese Oberfläche allerdings klar als Alternative für Beteiligte, die noch keine Fachanwendung haben, und nicht als vollwertigen Ersatz.
Was „manuell“ konkret bedeutet, zeigt der Umfang eines Prüfberichts. Pro Probe sind unter anderem zu erfassen:
All diese Angaben liegen in Ihrem Labor bereits vor. Sie ein zweites Mal in eine Weboberfläche zu tippen, ist bei einer Handvoll Berichte im Jahr vertretbar. Bei regelmäßigem Trinkwasseraufkommen wird daraus dauerhafte Doppelerfassung – inklusive der Übertragungsfehler, die dabei entstehen, und ohne Nachweis im eigenen System, wann welcher Bericht wo angekommen ist.
Der 1. Januar 2027 klingt nach Vorlauf. Der eigentliche Aufwand liegt aber nicht in der technischen Anbindung, sondern in den Stammdaten davor:
Dazu kommt: Der 1. Januar ist kein weicher Übergang. Ab dem Berichtsjahr 2027 sind die alten Formate für berichtspflichtige Daten nicht mehr nutzbar. Wer am 2. Januar feststellt, dass Pflichtfelder fehlen, hat keinen Rückfallweg mehr.
Die Labordatenbank übermittelt Prüfberichte direkt an SHAPTH – ohne Zwischenschritt, ohne Zweiterfassung, ohne eigene Entwicklung auf Ihrer Seite.
Eine Dashboard-Kachel zeigt jederzeit, welche Berichte zur Übermittlung anstehen.
Die Daten werden vorab kontrolliert, damit unvollständige Meldungen gar nicht erst rausgehen.
Übermittelt wird erst nach Ihrer Freigabe – nicht automatisch im Hintergrund.
Der Empfang durch die Behörde wird vollständig dokumentiert und ist jederzeit belegbar.
Unsere LIMS-Expertinnen Caroline Nolten und Miriam Weyden wirken im SHAPTH-Expertengremium mit. Die Anforderungen von Laboren sind damit direkt in die Gestaltung des Standards eingeflossen.
Für Labore, die bis 2027 ein LIMS mit SHAPTH-Anbindung brauchen, gibt es eine strukturierte, beschleunigte Einführung der Labordatenbank. Der Ablauf ist auf den Stichtag hin geplant: Stammdaten und Parameter werden übernommen, die SHAPTH-Felder eingerichtet und die Übermittlung konfiguriert – im Dezember 2026 testen, ab dem 1. Januar 2027 produktiv melden.
Damit das aufgeht, sollte der Start sobald wie möglich erfolgen.
Wenn Sie bereits eine Trinkwasserschnittstelle wie TEIS, Octoware oder SEBAM einsetzen, lässt sich ein Teil der SHAPTH-Pflichtfelder über einen unterstützten Abgleich-Import übernehmen. Die Arbeit der letzten Jahre ist nicht verloren.
SHAPTH – die Schnittstellenharmonisierung und Austauschplattform für die Trinkwasserhygiene – löst die bisherigen Landeslösungen wie TEIS, SEBAM, Octoware, NiWaDaBa und TWIST-Web durch ein einheitliches Format für alle Bundesländer ab. Im Video sehen Sie die SHAPTH-Weboberfläche und die Anbindung aus LDB:
In den meisten Fällen ja. SHAPTH gibt einen großen Teil der Struktur für Trinkwasserlabore fest vor – und genau diese liefern wir als fertiges Template für akkreditierte Laboren. In Kennenlern-Termin klären wir Ihren konkreten Fall und besprechen, welcher Einführungstermin realistisch ist. Ohne Verkaufspräsentation.
Termin auswählenKalender öffnet nicht? Termin direkt bei Calendly buchen · Lieber schreiben? Anfrage senden